riding east
Kasachstan 2013
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Geplanter Reise und Routenverlauf:

Ziel der Reise war die Mongolei.

Zuerst Richtung Krim am Schwarzen Meer, dann in Kasachstan zum Ustjurt-Plateau und weiter nach Nordosten zum Aralsee.

Anschließend durch die Kasachische Steppe nach Kirgistan. Im Land dann ganz nach Süden bis an die 7000er des Pamir (Pik Lenin). Von dort Nordost über Naryn zum Issiuk-Kul See, dem Meer der Kirgisen.

Anschließend durch Kasachstan nach Norden ,um über Russland in die Mongolei einzureisen. Dann beginnt die Schleife durch den Norden und Süden des Landes.

Wieder zurück durch Russland.

Über Kiev in der Ukraine und Warschau in Polen kommen wir zurück nach Deutschland.

Das ganze in geplanten 100-105 Tagen.

Insgesamt wird die Strecke ca. 25.000 Km betragen.

Abfahrt 01. Mai 2013

Dauer 100 Tage

Teilnehmer: 3 dann ab Almaty zu 2.



Ein Satz mit X - oder: Wenn es mal anders kommt als gedacht...


Schon die Abfahrt mussten wir verschieben weil wir einfach nicht fertig wurden mit unseren Vorbereitungen...

Was die Sache nicht gerade begünstigte war der „Katastrophenwinter“ 2013. Bis weit in den April hinein Schnee und Eis auf den Strassen. Das warf die Vorbereitungen und Testausfahrten schon mal zu 100% über den Haufen. Dazu wurde ich durch eine Impfung für die Reise in Kombination mit einer (wohl vorhandenen) Infektion wirklich krank - und zwar so krank das ich fast einen Monat Aktionsunfähig war.

Am 04. Mai kamen wir dann endlich los...

D-Ost - Tschechien - Österreich-Ost - Ungarn - Rumänien...

Die nächsten Tage sind auf mittleren und kleinen Strassen durch Europa bis wir die Grenze in die Ukraine erreichen. Dazu fährt man (bei Galati) erstmal 800 Meter durch Moldau mit allen Grenzformalitäten!! Ich musste irgendeine Umweltgebühr zahlen (ca. 1,50 Euro) und bekam ein schönes Papier dafür...Die Ukrainer waren sehr nett und pflichteten uns bei, das unsere Motorradwahl eher die richtige sei, als wir ihnen erklärten wo wir lang fahren wollten. Und hops: gleich nach der Grenze gings für uns rechts ab, und die Strasse war als „interressant“ zu bezeichnen. Wenn Asphalt da war, musste man teilweise höllisch aufpassen nicht in eine der fiesen „Längsrillen“ zu geraten. Rille ist dabei geschmeichelt - es handelt sich eher um verwerfungen des Asphalts die, so tief und eng/steilwandig werden können, das die Rasten anschleifen !!! Einmal drinn kann man die Spur nicht mehr wechseln - ein Spurwechsel hebelt einen da aus.

Camping - ja Camping heisst in der Ukraine HOTEL!

Campingplätze sind quasi inexistent und somit ist die freie Platzwahl beim Zelten im gesamten Staatsgebiet angesagt - oder: Hotel.

Über Ukrainische Polizei hatte ich vorab so einiges gelesen... nicht zu schnell fahren, Bahnübergänge mit Stopschild beachten, Stopschilder auf gerader Strasse im Ort ohne Sinn...etc.

Klar gingen wir(ich..) mal „ins Netz“. Man kommt um die Kurve (50-Schild) und der Polyp hat seine Radarkamera im Anschlag. Angeblich 70 gefahren...ne,ne kann gar nicht sein...

Ich zeige ihm mein GPS am Lenker und ernte blanke Bewunderung für die vielen Zahlenauf dem Display. Auf „krücken-Russisch“ erkläre ich den nun Versammelten, das der Apparat so genau misst wie es nur geht. Und da ich das ja sehen kann, kann ich ja gar nicht zu schnell gefahren sein! Logisch, oder? Gut..Eindruck geschunden habe ich - überzeugt noch nicht...jetzt kommt die Frau angerollert. Ihr sollte es mit gutem Russisch gelingen die Situation ohne Gesichtsverlust für den Beamten zu bereinigen... Nach 10 Minuten Pallaver- und Karte auf die Haube- und Fragen und woher - wohin, warum-weshalb... passt!


Ein anderes mal rollere ich mit angepasster Geschwindigkeit durch einen Ort und sehe in der Ferne schon den Uniformierten mit Stäbchen am Strassenrand stehen. Ha! Da ist ja auch ein Stopschild! Keine Kreuzung- nix! - aber ein Stopschild! Ich tue dämlich und rollere unvermindert weiter. Jetzt kommt Bewegung in des Schutzmanns Rohrstock...Das Stopschild naht und...abrupt lege ich eine scharfe Bremsung hin - lasse das Vorderrad exakt auf Höhe des Schildes aus der Federung kommen. Fuss auf dem Boden - gucke den Schupo an, und sehe sein, in heller Vorfreude viel zu schnell in Stellung gebrachtes Verkehrprügelchen, wieder herabsinken. Genau! Kein Fehler-kein Problem-kein Geldwechsel. Ich bleibe solange stehen bis die anderen beiden da sind (nicht das da einer durchfährt..). Weiter gehts..


Au Backe... die Einfahrt auf die KRIM habe ich mir irgendwie anders vorgestellt...

Sieht aus wie nach einem Krieg hier.. Ruinen und ziemlich heruntergekommen.

Am Abend zelten wir direkt am Meer. Was anderes gibt es auch gar nicht. Man hat gar nicht die Wahl! Am nächsten Tag bei (inzwischen) Regen über den Bergrücken und hinunter nach Yalta. Yalta ist fein! Hier haben wir zentrumsnah ein gutes Hotel gefunden. Ein bisschen Service an Mensch und Maschine steht an, wir geniessen die Stadt, und fahren erst nach 2 Nächten weiter.


Auf zur Fähre nach Russland. Einreise problemlos-sehr nette Grenzer! Helfen uns beim Papierkram. In Russland nun schlagartig gute Strassen - alles sauber und ordentlich und nicht heruntergekommen. Die Autofahrer haben aber trotzdem einen an der Waffel. Riskant Überholen(auch rechts) und Abdrängen gehört zum Tagesgeschäft. Alte russische Muster greifen: der stärkere gewinnt den Moment - ich Liebe es... ich versuche mich ja immer gerne anzupassen... aber nicht so, bitte.

Da wird ein- mit höchstem Risiko behafteter Überholvorgang bei Gegenverkehr getätigt- um 800 Meter später rechts abzubiegen -HALLO? Jemand zuhause oberhalb des Halses?

Cool bleiben ist hier wirklich angebracht. Was aber nicht immer hilft. Manch ein KFZ-Treiber fährt bei 90-100 Kmh mir hinten links so dicht auf, das ich mit dem ausgestreckten Bein in Kontakt mit seiner Karosse treten könnte! Und zwar solange bis er endlich, unter Missachtung aller Risiko-Abwägungen, überholen kann. Unlustig!


In Krasnodar gehen wir auf Reifensuche - übernachten im Hotel und werden am nächsten Morgen vom Inhaber des gegenüber ligenden Motorrad-shops eingeladen.

Gerne hilft er uns bei der Reifensuche und schon telefoniert er rum.

Wir können auch hinten in der Werkstatt übernachten, anstatt im (nicht ganz so preiswerten) Hotel! Super - machen wir.


Hier können wir an den Mopeds schrauben (erster Service steht an) und 10 Meter weiter den Schlafsack ausrollen. Alles sicher im Hinterhof mit Hundebewachung-TOP! Hier bleiben wir 3 Tage, und uns fehlen immer noch Reifen.

Wir beschließen nach Rostov zu fahren. Alles andere als ideal in der Routenführung- hilft aber nichts: für Zentral-Kasachstan müssen die glatten Pellen runter!



Wie schon in Krasnodar ist der Verkehr in Rostov die Hölle. Alles verstopft. Im örtlichen Moto-shop treffen wir Vlad. Die Mädels vom Shop und er telefonieren alles mögliche durch und dann führt er uns mit seiner Ducati quer ans andere Ende der Stadt. Vlad macht den Weg frei! Motor brüllen lassen - schon machen die meisten eine Gasse frei. Ok- in den nächsten Tagen kommt mein dB-Eater raus...

Wir bekommen alle Reifen die noch fehlen - haben viel zuwenig Rubel für die Barzahlung - Vlad leiht uns ca 200 Euro, die wir ihm 1 Stunde später wieder aus dem Bankautomaten zurückgeben.

Am Abend treffen wir uns mit Vlad und Freundin in einem noblen Restaurant am DON. Toller Abend mit Bier und feinem Essen und supernetten „Kurzzeit“-Freunden!


Schon weit vor Elista im Oblast Kalmükkien wird die Landschaft wunderbar weit und schön. Es sieht aus wie in Zentralasien. Ein bisschen Kirgistan und Mongolei schon hier.

Elist erreichen wir bei Sonneuntergang. Gerade noch den Tempel bestaunen und dann Quartiersuche. (VIDEO) Kleine Hotels haben keine Plätze für unsere Fahrzeuge.

So bleibt nur das Zentralhotel - nach altsowjetischer Machart. Immerhin stehen die Mopeds hinten unterm Dach mit verschlossenem Tor.


In Astrachan, der letzten Stadt vor der kasachischen Grenze, reissen wir uns ein Bein aus, um die Reifen innerhalb Russlands vorauszuschicken. Wir versuchen es bei internationalen (DHL...) alles unmöglich weil nur für Geschäftskunden und/oder viel zu teuer.

Bleibt nur die Staatspost. Rein- „Hundemarke“ ziehen und warten... am Thresen den Versand klären und ohne Sack aber mit Reifen-Pack wieder abziehen.

Wir brauchen nämlich wirklich einen Sack! Und zwar einen ganz genau genähten Stoffsack der dann zugeschnürt und verplombt wird! Alle erhältlichen sind zu klein!

Auf die Strasse und Leute fragen wo es Stoff gibt- hin und her geschickt, gelaufen... irgendwann Stoff gekauft („umsonst“ war der auch nicht...). Jetzt eine Nähstube suchen - wieder Leute fragen...irgendwie finden wir in einem Kaufhaus integrierte , über verschlungene Treppen erreichbare Frau mit einer Nähmaschine! Auftrag erteilt, Stoffe und Reifen da gelassen. 1 Stunde soll es dauern - gut, machen wir „gullertchen“ (Spaziergang).

Nach 1 Stunde ist alles perfekt. Wieder zur Post. Hundemarke ziehen und warten. Jetzt der Papierkram. Mein Lieber...! Inlandsversand! Dokumente werden erstellt und gestempelt und unterschrieben und in 3 Ausführungen, Sack wird mit Prägezange verplombt... aber, es ist vollbracht! Die Reifen werden in ca. 2 Wochen in Barnaul ankommen. Kostenpunkt für den Versand (2 Vorderreifen) waren ca. 30 Euro.


Im Endeffekt hat uns die Reifen-sucherei und Versand-orga in Russland viel zu viel Zeit gekostet!! Würde ich so nie wieder machen. Aufgepackt in D losfahren allerdings auch nicht. (Im Teil 2 mehr dazu.)

Allerdings entstanden durch diese Umstände aber auch viele, sehr nette Kontakte!


Kasachstan - Grenze: Supernette Beamte und zügige Abwicklung. Ein Nachgeschalteter Kontrollposten will nochmal unsere Papiere sehen.

Ich bleibe am Schlagbaum, Stephan und Manuela gehen in die Polizei-Butze. Weiter weg steht aber noch einer...als er mich sieht entspringt seiner Trillerpfeife ein lauter kommandierender langer Ton. Dann setzt er zum Trab an. Sich vor mir aufbauend wedelt er mit den Armen und all seiner ihm gegebenen Kompetenz die Luft auf. Grabbelt an allem herum und erzählt irgendwas unverständliches. Auf russisch sage ich ihm, in allen Varianten die mir zu Verfügung stehen immer wieder, das alles gut sei... Nein wir sind die Guten...ja genau - alles Gut.

Irgendwann war er fertig mit seiner Show und zog wieder ab, nicht ohne vor sich hin zu reden... Ich habe da mal so einen Film gesehen... vom Herrn Cohen...“ach du Schitte“ - diese Realitätsnähe hätte ich jetzt so nicht erwartet...


Mückenzeit ist keine gute Zeit in Atyrau. Das haben wir am eigenen Leib erfahren dürfen. Es ist heiß, es ist schwül und die Mücken geben einem den Rest. Als ich mit Leuten auf der Strasse spreche, zücken die immer wieder eine Spraydose und nebeln ihre Kleidung damit ein. Ca. 2 Wochen dauert die Plage - danach ist es wieder erträglich. Gut - das hätten wir ja schon mal genau getroffen...

 
Reisebericht  riding east - 2013
TEIL 1
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